Die frohe Botschaft ohne Wenn und Aber
Neukirchener Verlagsgesellschaft, Neukirchen-Vluyn 2026, ISBN 978-3-7615-7134-7, 215 Seiten, Hardcover, Format 22 x 14 cm, € 20,00
Der 1999 geborene Martin Thoms wuchs in einem landeskirchlichen evangelischen Pfarrhaus in Sachsen-Anhalt auf und kam über den CVJM, pfingstlerisch-charismatische Spiritualität und Jugendfreizeiten zu einem dualen Theologiestudium an einer evangelikalen theologischen Hochschule für praxisnahe Studien. Er besuchte zahlreiche Klöster und freundete sich mit Mönchen und Nonnen an. In Reutlingen kam er in Kontakt zu den Methodisten an der Theologischen Hochschule. Gegenwärtig promoviert er im Fach Systematische Theologie an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal.
Sein Plädoyer für die Allversöhnung rekurriert unter anderem auf die württembergischen Theologen Johann Albrecht, Bengel (1687–1752), Friedrich Christoph Oetinger (1702–1782), Michael Hahn (1758–1819), Johann Christoph Blumhardt (1805–1880) und dessen Sohn Christoph Friedrich Blumhardt (1842–1919).
„Für beide Blumhardts bedeutete der Glaube an Gott vor allem eines: die radikale Hoffnung auf das Heil aller ernst zu nehmen – ernster als jede andere Überlegung. Ihr Denken, ihr Handeln, ihr ganzes Leben war geprägt von der Überzeugung, dass Gottes Zukunft alles umfasst und durchdringt. Alles sollte vom Licht dieser Hoffnung her verstanden und gestaltet werden. Darum hat man vorgeschlagen, den Glauben der Blumhardts in dem einfachen Satz zusammenzufassen: Jesus siegt!
Sie verstanden den Tag Jesu Christi als das Weltgericht, das den Schutt aufräumt und die Menschen trotz ihrer Sünde errettet. Dieses Gericht ist zugleich ein Ausdruck, göttlicher Barmherzigkeit, die Leben, Auferstehung und ewiges Leben schenkt. Zum Reich Gottes gehört das Gericht unbedingt hinzu, jedoch nicht die Verdammnis. Die Vorstellung, mit dem Evangelium verbinde sich mehr Verdammnis als Heil, bezeichnen sie als einen der größten Irrtümer des Christentums. Vielmehr ist das Gericht notwendig zur Zurechtbringung der Welt.
Die Idee der ewigen Verdammnis hielten sie für einen unbiblischen Kirchenbegriff. Sie beklagten, dass die Kirche das Bekenntnis der Hoffnung verloren habe. Das Ende wird deshalb heißen: ›Siehe, alles ist Gottes!‹ Jesus, der die Sünde der Welt getragen hat, kann richten, aber nicht verdammen. Diese Botschaft wollten Sie bis in die tiefste Hölle verkündigen. Sie beteten dafür, dass die Stimme Jesu wieder gehört und geglaubt werde. Nicht der Hölle, sondern dem Guten solle Glauben geschenkt werden: Weil Jesus lebt!“ (Martin Thoms, S. 203 f.).
In seinem Schlusskapitel spricht Thoms davon, dass nicht die Allversöhnung, sondern die Liebe Gottes geglaubt werden muss: „Denn nur dann wird man auch zur Allversöhnungshoffnung kommen … Denn sie ist nichts anderes als die konsequente Ausformulierung der Liebe Gottes angesichts der Zukunft“ (Martin Thoms, S. 211).
ham, 14. September 2026