Der international renommierte Künstler Axel Hütte gehört mit seinen großformatigen Landschaftsfotografen zu den bedeutenden Vertretern der Düsseldorfer Fotoschule. Im Museum Villa Rot stellt er erstmals Fotoarbeiten zur Barockarchitektur von Oberschwaben vor. Der Ausstellungstitel „in sua umbra“ verweist auf seine bildnerische Farbumkehr. Die Fotografien barocker Innenräume wurden mit einer analogen Großbildkamera aufgenommen und gewissermaßen in ihre eigenen Schatten gestürzt. Die architektonischen Teilansichten sind überwiegend frontal ausgerichtet und von einer barocken Detailfülle bestimmt. In den meisten Darstellungen fehlen die Farben der Realität. Durch die fotografische Farbumkehr wird der helle, farbiger Raum jedoch nicht in die Dunkelheit gestürzt; er strahlt vielmehr als „dunkles Licht“.
Zu sehen sind unter anderem Aufnahmen aus Tettnang, Salem und Bad Schussenried. Der 1951 geborene Fotokünstler verwandelt bekannten Motive in fremde Traumwelten. „Der Betrachter nimmt zwar das ihm vertraute Barocke, die barocke Architektur wahr. Aber gleichzeitig auch das Fremdartige. Das zwingt ihn nochmal zum Nachdenken, was er eigentlich genau sieht“, sagt Hütte. Der Fotograf versteht sich im traditionellen Sinne als Lichtbildner. Seine Bilder leben vom Licht und seiner Spiegelung. Die Fotografien sind auf Glas gedruckt und mit einem Metallspiegel hinterlegt. So ergibt sich für den Betrachter oder die Betrachterin je nach Blickwinkel eine völlig andere Lichtstimmung.
Zu den barocken Innenräumen treten gespiegelte Wasseroberflächen, Himmelsflächen, Waldränder und Blumen. Für Hütte ist das Einzelbild charakteristisch. Die seit wenigen Jahren entstehenden und auch in Museum Villa Rot gezeigten „Flowers“ bilden die Ausnahme.
ham, 16. Mai 2026