Am letzten Tag eines Jahres schaut man in aller Regel zurück und möchte zugleich gerne wissen, was das neue Jahr bringt. So prognostiziert der Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung in seiner Silvesterausgabe von 2025 ein Wachstum von einem Prozent für die deutsche Wirtschaft und bringt in Deutschland geplante Investitionen von 5,4 Milliarden € in die Raumfahrt in den Jahren 2026–2028 und erwartete Erlöse von 30 Milliarden US-Dollar beim Börsengang von SpaceX von Elon Musk in Erinnerung. 2025 wurden in Deutschland nirgends so viele Patente angemeldet wie in Baden-Württemberg, nämlich 39 Prozent. Speziell Bosch sticht hervor. Mehr als ein Zehntel aller von deutschen Firmen angemeldeten Patente entfallen auf dieses Unternehmen. Hierzulande haben die Menschen mehr als 9 Millionen Euro Vermögen angehäuft. Im Vergleich zum Jahr 2015 sind die jährlichen Investitionen in Start-ups um 200 Prozent gestiegen. Trotzdem muss man sich vergegenwärtigen, dass keiner vorwegnehmen kann, was auf ihn zukommt. Die Zukunft ist als totales Ganzes niemals prognostizierbar.
So haben sich die Grundannahmen der von Denis Meadows und anderen Wissenschaftlern vor gut 50 Jahren am 2. März 1972 unter dem Titel „Die Grenzen des Wachstums“ veröffentlichten Szenarien zur weltweiten Bevölkerungsexplosion, zum Rohstoffmangel, zur Umweltverschmutzung und zum Niedergang der Weltwirtschaft nur zum Teil bestätigt. Die bis zum Ende des 20. Jahrhunderts vorhergesagte Erschöpfung der Rohstoffe und der mögliche Untergang der Menschheit durch Überbevölkerung und Nahrungsmangel sind nicht eingetreten und das dort angestrebte dynamische Gleichgewicht von Ökonomie und Ökologie wurde nicht erreicht. 1987, also 15 Jahre später, hat der kanadisch-amerikanische Psychologe Philipp Tetlock 300 Fachleute aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft um Prognosen für den Zeitraum der nächsten 20 Jahre gebeten und 27.500 Vorhersagen in Bereichen wie Technologie, Politik, Krieg und Wirtschaftsentwicklung erhalten und dokumentiert. 2005 kam er nach der Auswertung der Prognosen zu der ernüchternden Bilanz, dass die in ihrem Fach spezialisiertesten Experten die schlechtesten Prognostiker sind. Zwischen 2011 und 2015 untersuchte er in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Geheimdienst, wie Vorhersagen von politischen und ökonomischen Entwicklungen verbessert werden können. Im Ergebnis schneiden die am besten ab, die bescheiden bleiben, auf andere hören, auf verschiedene Informationsquellen zurückgreifen und ihre eigenen Ansichten hinterfragen. Deshalb fordert Tetlock die Leser seines 2016 zusammen mit Dan Gardner im S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, veröffentlichten Buches „Superforcasting. Die Kunst der richtigen Prognose“ dazu auf, an seiner künftigen Forschung mitzuwirken und sich selbst als Politik- und Wirtschaftsanalysten zu versuchen.
Die seit Mai 2023 in Rom als Leiterin der Forschungsabteilung des NATO Defence Colleges arbeitende deutsch-französische Politikwissenschaftlerin, Militärstrategin und Zukunftsforscherin Florence Gaub hat diese Anregung in ihrem im November 2025 schon in vierter Auflage erschienenen Bestseller »Szenario. Die Zukunft steht auf dem Spiel« unter der Prämisse aufgegriffen, dass die Zukunft das Ergebnis von nachvollziehbaren Entwicklungen und Entscheidungen ist. Sie weiß, dass Menschen in Bezug auf die gemeinsame Zukunft pessimistisch sind und Deutsche sich schwertun, die Zukunft als Möglichkeitsraum zu begreifen. Aber sie weiß auch, dass uns das paradoxer-wie glücklicherweise nicht daran hindert, in Bezug auf die eigene Zukunft gleichzeitig optimistisch zu sein.
Unter anderem deshalb plädiert sie in ihrer 2023 veröffentlichten Publikation »Zukunft. Eine Bedienungsanleitung« entschieden dafür, die noch überschaubare Zukunft in der jeweiligen Gegenwart bewusst zu planen und sich gleichzeitig immer neu auf Tagträume einzulassen. „Je nach Persönlichkeit wird man das Tagträumen als Spinnerei abtun und die Planung als langweilig, aber in Wahrheit braucht man beide Methoden, um unseren Geist gedanklich in die Zukunft zu schicken. Durch Tagträumen allein werden der Urlaub, das Eigenheim oder die Krebsvorsorgeuntersuchung keine Wirklichkeit, das kann nur durch Planung erreicht werden. Aber die Planung wird nicht wissen, welches Ziel man überhaupt anstreben sollte, das kann nur das Tagträumen formulieren. Unternehmen oder Regierungen, die planen, ohne erst tagzuträumen, überspringen eine entscheidende Etappe in der Zukunftsplanung, sie übersehen dabei oft andere Optionen, Hindernisse oder ganz andere Ziele, die interessanter sein könnten. Kollektive Systeme aller Art – Parteien, Regierung, Unternehmen, aber auch Schulen, Krankenhäuser oder zivilgesellschaftliche Organisationen – müssen ein System haben, das beide Herangehensweisen an die Zukunft zulässt, das Explorative und die Planung.
Umgekehrt gilt, dass Einzelpersonen, die nur tagträumen, ohne zu planen, selten ihr Ziel erreichen. Ein berühmtes Beispiel sind die guten Vorsätze fürs neue Jahr –diejenigen, die mit einem Plan untermauert sind (»fünfmal pro Woche trainieren«), haben eine Chance von fast 50 Prozent, umgesetzt zu werden, aber diejenigen, die keinen konkreten Plan haben (»mehr trainieren«), haben eine Erfolgsquote von nur acht Prozent. (Solche Vorsätze scheitern oft auch daran, dass wir das Boot gern überfrachten: Zu viele Ziele auf einmal zu haben, heißt einfach nur, dass man wahrscheinlich keines erreichen wird.) Wenn die Skizzen der Zukunft durch das Tagträumen entstehen, werden sie durch die Planung Realität. Egal ob durch Tagträumen oder Planen … (Florence Gaub, »Zukunft. Eine Bedienungsanleitung«, S. 70 f.)
In ihrer Zusammenfassung der Studie betont Gaub, dass man eine kaputte Zukunft nicht zurückgeben und eine schöne Zukunft nicht kaufen kann. „In diesem Sinne gibt es keine Garantie im klassischen Sinne, kein Anrecht auf die Zukunft als Produkt. Es gibt aber unbedingt ein Anrecht darauf, die Zukunft immer wieder selbst zu erfinden – sowohl für uns als einzelnen Menschen als auch für uns als gesamte Menschheit. Denn trotz aller Unkenrufe gibt es eigentlich nur eine Sache, die feststeht: für uns als Einzelne der Tod und für die Menschheit, dass die Sonne in 5 Milliarden Jahren erlischt. Alles andere muss erst noch geschrieben werden. Dieser Akt des Erfindens ist der erste Schritt in Richtung Zukunft. Seien es Utopien oder Science-Fiction, der Anfang wird immer im virtuellen, imaginären Raum gemacht, der die Zukunft ultimativ ist. Historisch gesehen ist es also kein Zufall, dass zuerst die Idee einer besseren Zukunft geboren wurde und erst dann die Umsetzung begann. Ob Wohlstand oder gleiche Rechte für alle, die Entdeckung Amerikas, die Wettervorhersage, das Handy oder Reisen auf den Mond: Alles fing mit einer oft verachteten Idee an. Und viele dieser Ideen waren sehr erfolgreich: Fast alles, was Jules Verne im 19. Jahrhundert schrieb (von U-Booten bis zum Fernsehen), ist mittlerweile existent, weswegen er für viele schon gar nicht mehr als Science-Fiction-Autor gilt … Sich selbst sogar das Gedankenspiel mit der Zukunft zu verwehren, ist eigentlich unverantwortlich: sich selbst gegenüber zuerst, denn Menschen, die länger in die Zukunft denken, sind gesünder, leben länger und erreichen ihre Zukunft im Allgemeinen. Noch mehr aber ist es den kommenden Generationen gegenüber unverantwortlich. Denn, wenn die Menschheit nicht in den kommenden Jahren ausstirbt, wie manche – ohne jegliche Basis übrigens – orakeln, kommen auf jeden von uns 10.000 Menschen in den nächsten Millionen Jahren … Diese Idee der intergenerationellen Fairness leben wir schon seit Jahrhunderten, ohne die Träume und Ideen unserer Vorfahren wären wir heute nicht, wo wir sind, weder wirtschaftlich noch gesundheitlich oder rechtlich … Was also nötig ist, sind Utopien oder, für wen dieses Wort zu pathetisch ist, neue Ideen“ (Florence Gaub, »Zukunft. Eine Bedienungsanleitung«, S. 187 ff.).
Nach Gaubs »Szenario. Die Zukunft steht auf dem Spiel« wird die unübersehbare Zukunft nur in Szenarien greifbarer, im Durchdenken von Handlungsketten und Dominoeffekten in allen Richtungen, von wahrscheinlich bis unwahrscheinlich, von wünschenswert bis katastrophal. Und genau deshalb ist ihre Publikation nicht noch ein weiterer definitiver Entwurf „der Weltpolitik, sondern eine Einladung an den Leser, selbst zu durchdenken, welche Handlungen und Entscheidungen zu welcher Zukunft führen. Das Konzept beruht auf der Buchserie »Choose your own adventure«, die der amerikanische Anwalt und ehemalige Marineoffizier Edward Packard 1976 mit »The Adventures of You on Sugurance Island« startete. Im Unterschied zu anderen Geschichten entscheidet jeder Leser darüber, wie es jeweils weitergeht: Am Ende jedes Abschnitts muss er wählen, was er als Nächstes tut … Der Begriff Szenario ist insofern treffend, als er ursprünglich aus der Comedia dell’ARTE kommt, dem italienischen Improvisationstheater des etwa 17./18. Jahrhunderts. Das scenario war das Blatt Papier, das auf der Rückseite der Bühne die Grundelemente der Szene auflistete – Auf- und Abtritte, Entwicklungen, Figuren etc. –, damit die Schauspieler in diesem Rahmen improvisieren konnten.
Auch heute ist ein Szenario in der Zukunftsforschung ein Werk der Improvisation, es geht nie darum, alles haargenau zu beschreiben und festzulegen, sondern die großen Linien und Zusammenhänge zu erkennen und mit ihnen zu spielen. In der Zukunftsforschung hat das drei Effekte: Erstens reduziert man die scheinbare Unendlichkeit von Möglichkeiten auf einige wenige, zweitens macht es einem den eigenen Handlungsspielraum bewusst, und drittens schafft man damit eine Erinnerung an die Zukunft – wenn eines der Szenarien eintritt, kann man schneller reagieren, weil man es ja schon kennt. Szenarien, egal wie negativ, führen also am Ende immer zur Bewusstmachung von Selbstwirksamkeit und damit auch zu Optimismus, sie reduzieren Schockmomente und geben ein Gefühl für Kontrolle“ (Florence Gaub, »Szenario. Die Zukunft steht auf dem Spiel«, S. 9 f.).
Eines ihrer Szenarien beginnt am 15. April 2031 um 5:30 Uhr im französischen Marinestützpunkt Brest. Der Protagonist steht im Morgengrauen am Kai der Suffren, dem modernsten strategischen Raketen-U-Boot der französischen Marine, das 99 Meter lang, 8000 Tonnen schwer, mit den neuesten Solar-Systemen ausgestattet und nuklear angetrieben ist. „Für die nächsten zehn Tage wird dieses Boot das Zuhause sein – und das Fenster in die Arktis. »Bienvenue à bord«, begrüßt sie Kapitän Allain Dubois, ein Mann von 48 Jahren mit graumelierten Haaren und spitzbübischen Augen. »Ich hoffe, Sie haben keine Platzangst«. Das U-Boot gleitet lautlos aus dem Hafen von Brest. Sie stehen im Kontrollraum und beobachten, wie die letzten Lichter der französischen Küste verschwinden. Kapitän Dubois gibt den Befehl: »Auf 60 m gehen«. Das Boot taucht ab. Das Gefühl ist unwirklich. Die Welt über ihnen verschwindet, ersetzt durch die grünlich schimmernde Dunkelheit des Atlantiks. 127 Mann Besatzung und Sie – gefangen in einem Stahlzylinder, der sich mit 25 Knoten durch die Tiefe bewegt“ (Florence Gaub, a. a. O., S. 215). „Sie trauen sich zu fragen, warum ein Flugzeugträger wichtig ist, und Gott sei Dank ist Dubois nachsichtig mit Ihnen.
»Nehmen wir ein Szenario in der Arktis. Russland beschlagnahmt ein Schiff oder dergleichen. Wie verlegen Sie Ihre Flugzeuge in den Norden? Es gibt dort keine NATO-Basen. Also brauchen Sie einen Flugzeugträger. Ist quasi ein schwimmender Flughafen. Sie brauchen ihn da, wo sie keine oder wenig Präsenz haben wie in der Arktis.« Dubois nimmt einen Schluck Kaffee, Sie haben nicht das Gefühl, dass er noch mehr Koffein braucht. »Wir mögen kleiner sein als die USA und China, aber wir sind die größte Marine Europas, noch vor Großbritannien. Und woher, denken Sie, kommt der europäische nukleare Schirm?« Er schaut sie herausfordernd an. Sie haben keine Ahnung, und ihr Gesicht verrät es. »Weil die meisten französischen Atombomben auf U-Booten stationiert sind. Wissen Sie, warum das für die Abschreckung gut ist? Weil die Gegenseite nicht weiß, wo die U-Boote sind.« Dubois wirkt sehr angstfrei dabei, und sie fragen sich, wie man das auch anderswo herstellen kann: sich der Bedrohung klar sein und doch gut damit leben können. Die Antwort hat irgendetwas mit strategischer Kultur zu tun und Wehrhaftigkeit, aber sie haben den Gedanken noch nicht zu Ende gedacht“ (Florence Gaub, a. a. O., S. 217).
Unter der Arktis trifft das französische auf ein russisches U-Boot der Klasse »Typ Yasen-M«, das hier regelmäßig unterwegs ist und sofort auf Kollisionskurs geht. Beide Boote nähern sich bis auf 200 Meter an und fahren dann parallel weiter. »Das ist ein Spiel«, erklärt Kapitän Dubois. »Wer weicht zuerst aus? Wer zeigt Schwäche?« Nach 20 Minuten dreht das russische Boot ab. »Diesmal haben wir gewonnen«, sagt der erste Offizier.
Am siebten Tag meldet der Navigationsoffizier Eisbruch. Eisschollen von 50 Tonnen bewegen sich. „Durch das Periskop sehen Sie ein apokalyptisches Schauspiel: Riesige Eisblöcke, groß wie Häuser, krachen aufeinander, zersplittern, türmen sich auf. Die Kraft ist unvorstellbar. »Das passiert immer häufiger«, erklärt Dr. Sylvie Megret, die Ozeanographin an Bord. »Das Eis wird dünner, instabiler. In 20 Jahren wird die Arktis ein offenes Meer sein.« »Und dann?« »Dann gehört sie dem, der sie kontrolliert.«
Am achten Tag entdeckt das Solar ein chinesisches Forschungsschiff 2000 Meter über dem französischen U-Boot. Es führt seismische Untersuchungen durch, offiziell zur Klimaforschung, inoffiziell zur Rohstofferkundung. »Sie suchen nach Öl, Gas und seltenen Erden«, erklärt Dr. Megret, »und sie sehen ganz schön nah an die amerikanische Küste.« Was am meisten beunruhigt, ist das, was Sie NICHT sehen: amerikanische Präsenz. In neun Tagen unter dem arktischen Eis haben sie kein einziges US-Schiff entdeckt. »Die Amerikaner konzentrieren sich auf den Pazifik«, erklärt Kapitän Dubois. »Für sie ist die Arktis ein Nebenschauplatz. Das ist ein strategischer Fehler.« … Nach zehn Tagen taucht die Suffren vor der norwegischen Küste auf. Das erste Sonnenlicht. Seit einer Woche blendet sie die Welt über Wasser, wirkt unwirklich. »Was werden Sie in Ihrem Bericht schreiben?«, fragt Kapitän Dubois beim Abschied. »Die Wahrheit«, antworten Sie ausweichend.
Im Flugzeug von Oslo nach Brüssel ordnen Sie Ihre Erkenntnisse: ● Russische Dominanz: 57 Eisbrecher, 50 Stützpunkte nördlich des Polarkreises, Unterwasserüberwachung der Nordostpassage. ● Chinesische Expansion: Massive Investitionen in arktische Infrastruktur trotz fehlender Geographie, Aufbau der Eisbrecherflotte. ● Amerikanische Abwesenheit: Konzentration auf den Pazifik, Vernachlässigung der Arktis. ● Europäische Irrelevanz: Frankreich macht, was es kann, aber allein ist es zu schwach (Florence Gaub, a. a. O., S. 218 ff.).
Im Anschluss an dieses Szenario kann der Leser die von ihm favorisierte Option entweder auf dem auf Seite 248 skizzierten jährlichen KI-Gipfel in Helsinki weiter- und zu Ende denken und dort möglicherweise Gespräche mit der Marine über die Dimension der russischen Präsenz in der Arktis führen oder bei der auf Seite 243 beschriebenen Konferenz im Guiana Space Center in Französisch-Guyana in Kourou, bei der es aber wohl eher um einen möglichen Roboterkrieg im All geht.
In ihrem in der Süddeutschen Zeitung Nr. 262 vom 14. November 2025 unter dem Titel „Ungewissheit ist für das Gehirn das Allerschlimmste“ veröffentlichten Interview antwortet Gaub auf die Frage, ob ihr Buch für das Thema maritime Bedrohung sensibilisieren will, wie folgt: „Es ist erst mal mein Beitrag gegen die Händler der Angst, gegen jene Menschen also, die mit Zukunftsszenarien hantieren, die Panik und Lähmung bringen. Ich will zeigen, welchen Einfluss die Menschen, alle Menschen, auf die Zukunft haben. Beziehungsweise, dass sie überhaupt einen Einfluss haben. Dass die Zukunft ein Gestaltungsraum ist und nichts, das vorherbestimmt ist. Und die Arktis als mögliche geopolitische Konfliktregion? Halte ich für ein sehr realistisches Szenario. Deshalb fängt das Buch dort an – und endet, je nach Weg, beinahe überall auf der Welt … Wenn wir also immer wieder hören, dass Russland ab dem Jahr 2030 die NATO angreifen könnte, … … ist das genau das, was wir gerade besprochen haben: eine irgendwie nebulöse Bedrohung, nicht komplett unmöglich, aber wahnsinnig unkonkret. Und Szenarien müssen eben möglichst konkret sein, um das Gefühl der Ungewissheit nicht zu groß zu machen. Nur wenn sie konkret sind, bringen sie die Überzeugung, Einfluss auf die Zukunft zu haben – und machen nicht nur Angst“ (Florence Gaub, a. a. O.).
ham, 31. Dezember 2025
P.S.: Florence Gaubs 2023 in einer Hardcoverausgabe erschienene Publikation »Zukunft. Eine Bedienungsanleitung« liegt seit 2025 als Taschenbuchausgabe mit der ISBN 978-3-423-35243-7 vor. Sie hat 221 Seiten, ist 19 x 11,5 cm groß und kostet 14,00 Euro. Ihre 2025 in vier Auflagen als Hardcover mit Schutzumschlag erschienene Publikation »Szenario. Die Zukunft steht auf dem Spiel« hat 512 Seiten, das Format 22 x 14,3 cm und kostet in Deutschland 25,00 Euro und in Österreich 25,70 Euro.