Eigentlich war bei dem mit dem Substantiv „Wechselspiel“ überschriebenen und mit 10 000 Euro dotierten 5. Kunstpreis der Evangelischen Landeskirche in Württemberg an das Zusammenspiel zwischen der durch den Preisträger an der an die 300 Jahre alten barocken Ludwigsburger Stadtkirche applizierten und in sie eingebrachten künstlerischen Intervention „HALTE MICH“ gedacht. „Wechselspiel« heißt: Die Intervention tritt zum Raum und seiner Ausstattung so in Beziehung, dass sie eine neue Wahrnehmung des vertrauten Raumes oder auch einzelne Ausstattungsstücke ermöglicht. Sie kann das tun, indem sie neue visuelle und sensorische Erfahrungen ermöglicht, zur kritischen Reflexion des Raumes beziehungsweise seiner Zweckbestimmung herausfordert und/oder zu Interaktion beziehungsweise Partizipation einlädt.“

Dieses „Wechselspiel“ wurde dann bei der Eröffnung durch das zweite Ludwigsburger „3×3 Marktplatz Open, seine Zuschauer und die direkt neben der Stadtkirche aufgebauten Toilettenhäuschen optisch und akustisch konterkariert und überlagert. Deshalb hätte man bei dem schwungvoll vorgetragenen kurzweiligen und gehaltvollen Grußwort der ersten Bürgermeisterin der Stadt Ludwigsburg Renate Schmetz neben seinen reichen Bezügen zwischen dem Kunstwerk des Preisträgers Daniel Rode und den Toren von Ludwigsburg wenigstens einen Satz zu der Notwendigkeit von Maßnahmen des Stadtmarketings erwartet. Aber das hat sich Schmetz warum auch immer erspart. So blieb es beim Nebeneinander von Grußworten und Kunstintervention in und an der Stadtkirche, Klohäuschen an der Stadtkirche und Basketball auf dem direkt vor der Stadtkirche liegenden Marktplatz. 

Rodes Installation an und in der Stadtkirche  

„Halte mich“, 2026, Banner (Mesh) mit der Schrift in Großbuchstaben

„HA|LTEMICHNI

  SH|TFEST“,

Gerüstbau, ca. 7,25 x 4 x 4m (außen), ca. 7,25 x 13,50 x 2,80 m (innen)

kann bis zum 27. September besucht werden. Die auf die Eröffnung folgenden Besucher werden dann hoffentlich ungestört über die künstlerische Umsetzung des Wortes des Auferstandenen am Ostermorgen an Maria “Rühre mich nicht an“ (Johannes 20,17) und

„HA|LTEMICHNI

  SH|TFEST“

nachdenken können.

ham, 27. Juli 2026

Kommentare sind geschlossen.

COPYRIGHT © 2023 Helmut A. Müller