In den 1980er Jahren haben Malerinnen und Maler wie Bernd Koberling, Luciano Castelli, Helmut Middendorf, Salome, Bernd Zimmer und Elvira Bach in Berlin, A. R. Penk in Dresden, Albert und Markus Oehlen, Martin Kippenberger und Werner Büttner in Düsseldorf, Martin Kippenberger, Gustav Kluge und Albert Oehlen in Hamburg, Peter Bömmels, Leiko Ikemura und Volker Tannert in Köln, Franz Hitzler, Siegfried Kaden und Peter Angermann in Süddeutschland die Malereiszzene unter dem Label »Neue Wilde« aufgemischt.

Ein knappes halbes Jahrhundert später spielt der 1990 in Templin, Brandenburg, geborene Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendiat und Träger des Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung Tino Zimmermann im Titel seiner Karlsruher Ausstellung »Neue Deutsche Malerei« ebenso an diesen Aufbruch wie auch an die DDR-Propagandamalerei an, würzt seine Malerei mit einer Prise Salz und bläst den heutigen Eliten eine kräftige Portion Pfeffer unter das Hemd. Zimmermann schlüpft in die Rolle des Hofnarren und kritisiert heutige Machthaber aus der Position der Machtlosigkeit heraus. Den Ton gibt die Eingangsarbeit seines rot-schwarz-.blauen Zyklus vor. Sie imaginiert den riesigen Sitzungssaal des Deutschen Bundestags, in dem sich gerade einmal acht Akteure verlieren. Der  Redner am Podium bringt sie trotz seines zum Himmel gereckten riesigen Zeigefingers kaum aus der Ruhe, weil ihnen ihre privaten Vorhaben wichtiger sind.  Die für den Zyklus gewählten Blau-, Rot- und Schwarztöne heischen mit ihrem starken Kontrast Aufmerksamkeit und sprechen die Gefühle der Betrachter unmittelbar an.

Mit Tino Zimmermann (vergleiche dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Tino_Zimmermann) kommt ein Maler nach Karlsruhe zurück, der mit seinem fotografischen Langzeitprojekt „Developments“ internationale Aufmerksamkeit erhalten (vergleiche dazu https://www.kuma.art/de/ausstellungen/studio-tino-zimmermann und https://www.crailsheim.de/251002+_ausstellung+developments+stadtmuseum+crailsheim) und von 2018 bis 2024 an de Kunstakademie Karlsruhe in der Klasse von Daniel Roth studiert hat.

ham, 23. Mai 2026

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