Die sehenswerte Ausstellung der in Seoul geborenen und in Nürnberg lebenden Meisterschülerin der dortigen Kunstakademie Seungyeon Jo in der Kunstgalerie Fürth ist leider schon am 30. August 2026 zu Ende gegangen (vergleiche dazu https://www.seungyeonjo.com/blank-3 und https://www.frankenfernsehen.tv/mediathek/video/fokus-fuerth-streik-gegen-sich-selbst-seungyeon-jo-und-ihre-kunst-in-fuerth/). Die vielfach und zuletzt mit dem AbsolventInnenpreis der Kunstakademie ausgezeichnete Malerin und Zeichnerin hat sich in ihrer Ausstellung unter anderem mit den beengten Wohnverhältnissen von StudentInnen, eigenen Krankheitsphasen und ungesundem Essen auseinandergesetzt. Im zur Fürther Ausstellung erschienen Folder ist folgender Auszug aus einem Text von ihr zitiert: „Ich existiere innerhalb eines begrenzten Lebensradius, und diese physische Einschränkung bildet das Fundament meiner Weltanschauung. Dieser enge Radius geht über eine bloß räumliche Begrenzung hinaus und entspricht den homogenisierenden Strukturen, die die kapitalistische Gesellschaft unaufhörlich hervorbringt. Das Verschwinden von Altruismus, dass Vergessen körperlicher und psychischer Schmerzen sowie die Reduktion von Vielfalt werden innerhalb eines teleologischen Systems ausgelöscht, in dem wir zugleich Opfer und Komplize sind“ (Seuneong Jo, 20225).
ham, 5. September 2026